Erschöpfung

Die Geiseln des 21.Jahrhunderts heißen Erschöpfung, Burnout, Depression, Sucht, Angst und Panik

Viele von uns fühlen sich erledigt, fertig und ausgebrannt...nicht mehr in der Lage ihren Alltag zu bewältigen.

Wer ist von Erschöpfungszuständen betroffen und wie äußern sich diese?

Jeder 3.Berufstätige gerät in einen immer tieferen Strudel von Überforderung, Stress, Erschöpfung und Aggression (IG Metall).

Gefährdet sind alle, die keine Gelegenheit haben ihren Akku wieder aufzuladen. Ob Promi, Manager, Krankenschwester und vor allem die Hausfrau, die seit Jahren die kranke Mutter oder Schwiegermutter pflegt, von der Verwandtschaft im Stich gelassen wird und keine Anerkennung erhält. Ebenso die Mütter von schwierigen Kindern, oder Frauen mit mehrfachen Aufgaben, z. B. Mutter, Berufstätigkeit, Haus- und Ehefrau.

Nach den Daten des Max-Planck Institutes für Psychatrie erkranken in Deutschland jährlich 5 Millionen Frauen und 2,8 Millionen Männer an einer Depression. Damit scheint auch die Depression zu jenen geschlechtsspezifischen Erkrankungen zu zählen, von denen Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer.

Eine ganze Reihe weiterer Daten - von der Zahl der verordneten Antidepressiva bis hin zu AOK-Statistiken über depressionsbedingte Arbeitsausfallszeiten - scheint dies zu belegen.

Dennoch mehren sich die Hinweise, dass die Realität anders aussieht. Gravierendste Folge einer Depression ist der Suizid. Jährlich nehmen sich in Deutschland etwa 11.000 Menschen das Leben. Dreiviertel davon sind Männer. Zwar sind Suizidversuche bei Frauen wesentlich häufiger, allerdings haben diese zumeist Signalcharakter (z.B. durch die Einnahme von Schlaftabletten). Diese Signale senden Männer nur in Einzelfällen aus. Sie bleiben jahrelang stumm und entscheiden sich dann fürs Erhängen, Erschießen oder "Vor-den-Zug Legen". Kurzum für das, was in der Statistik dann mit dem etwas seltsamen Begriff des "erfolgreichen Suizid" verzeichnet wird.

Und schon sind wir bei einem klassisch männlichen Spezifikum. Männer sind - egal,was sie tun - auf Erfolg programmiert. Und sie reden nicht über ihre Gefühle. Schon gar nicht gehen sie mit emotionalen Problemen zum Arzt. Spätestens hier wird klar, warum Männer angeblich weniger Depressionen haben als Frauen. Wer seine Leiden nirgendwo behandeln lässt, der taucht auch in keiner Statistik auf. Allenfalls ganz am Schluss, wenn die Suizide zusammengezählt werden.

Ein zweiter, ebenso wichtiger Punkt kommt hinzu. Selbst wenn depressive Männer einmal zum Arzt gehen sollten, wird ihre Krankheit zumeist nicht erkannt. Geschult sind Ärzte nämlich darauf, jene depressiven Symptome wahrzunehmen, die bei Frauen im Vordergrund stehen: Angstlichkeit, Antriebsarmut, Zurückgezogenheit. Bei Männern äußern sich aber Depressionen völlig anders - durch Aggressivität oder auch durch Flucht in exzessive Aktivitäten. Die Verhaltensforschung kennt zwei Arten, wie das Verhaltensrepertoire zusammenbrechen kann. Den Totstellreflex und das Kampf- oder Fluchtverhalten. Wir Männer neigen eher zum letzteren. Der zunehmend cholerische Vorgesetzte, der gestresste Angestellte, der die Entspannung immer mehr im Alkohol sucht oder der drahtigen Mittvierziger, der neuerdings bis zum Umfallen Sport treibt - sie alle werden nur selten als depressiv erkannt. Und eine besondere Form des Fluchtverhaltens wird von der Gesellschaft ja auch noch honoriert: Die Flucht in dieArbeit. (Prof.Kleine-Gunk/GSAAM: Gesundheitsrisiko Mann - ein Fall für die Prävention)

Eine Hochrechnung, ausgehend von der Zahl der Suizide, zeigt zu den 2,8 Millionen erkannten depressiven Männern wenigstens 12 Millionen "Schwarzfahrer" . Das Fatale daran, die meisten wissen selbst gar nichts von ihrer Gefährdung!

Ursache

Stress ist eine uns angeborene, sehr effiziente Reaktionsweise, vererbt von unseren Vorfahren. In der Steinzeit überlebte nur derjenige den Angriff eines wilden Tieres, der im Bruchteil einer Sekunde bereit war für Kampf oder Flucht. Von denen stammen wir alle ab, denn die Langsamreagierer und die Pazifisten unter unseren Urahnen wurden allesamt gefressen oder getötet.

Idealerweise stehen Stress und Erholung im Gleichgewicht.

Führt jedoch Dauerstress zum Ungleichgewicht oder fehlen die Regenerationsphasen, "gebe ich dauernd mehr als ich nehme" dann kommt es zu Verschleißerscheinungen. Unser Körper und unsere Seele wollen uns schützen und reagieren mit einer "stand-by-Schaltung", das heißt, alle Systeme werden heruntergefahren, das Burnout-Syndrom.

Bei fehlender Hilfe folgen Depressionen, Angst-und Panikstörungen und letztlich Demenz, ebenso wie Organerkrankungen, Immunschwäche, Arbeitsplatzverlust und Suizid.

Diagnostik

Wir haben sehr präzise labordiagnostische Möglichkeiten der Untersuchung der Stresshormone. Es gibt gute Fragebögen und eine recht neue Untersuchungstechnik, die Herz-Raten-Variabilität. Durch ein EKG, aufgenommen über einen Brustgurt, wie beim Radfahren, messen wir über 24 Stunden eines normalen Arbeitstages und mindestens 24 Stunden eines Wochenendtages Ihre Stress-und Erholungsphasen mit dem Ergebnis: bin ich leistungsfähig, bin ich fähig zu regenerieren, tanke ich genug Energie durch einen erholsamen Schlaf, oder bewältige ich meine tägliche Arbeit nur noch mit der letzten, verzweifelten Kraftanstrengung und falle dann in einen Erschöpfungsschlaf?

Therapie

Wir beraten mit Ihnen zusammen die Möglichkeiten der Behandlung. Es gibt Medikamente zur Soforthilfe, aber wichtiger ist das Herausfinden der Ursachen und vor allem die Auseinandersetzung mit der Stressbewältigung. Gerade bei Frauen ist die Selbstwahrnehmung und der Selbstwert ein zentrales Thema. Entspannungstechniken fördern die Stresstoleranz, sanfter Ausdauersport und achtsamer Umgang mit Ernährung und Genussmitteln sind notwendig.

Wir wollen durch viele therapeutische Schritte nachhaltig dafür Sorge tragen, daß Sie sich wieder regenerieren, wieder zu sich finden, wieder gesund und leistungsfähig und vor allem glücklich werden. Wir haben keine Wahl, denn ein Ende der Karriere und des Lebens von z. B. Robert Enke, dem ehemaligen Hannover 96- Fußballstar, der eine Lösung nur noch im Suizid sah, darf keine Alternative sein!

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